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Bloss nicht den Kopf in den Sand stecken- obwohl…Sand gibts in der Atacama ja genug ;)

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Hallo!

Ich weiss dass ich in letzter Zeit ziemlich selten was poste, aber irgendwie habe ich nie Zeit gefunden. In den Ferien war ich irgendwie immer unterwegs und jetzt bin ich schon wieder im Schulstress. Jedenfalls bin ich vor einigen Wochen von meiner zweiten Rotaryreise durch den Norden Chiles wiedergekommen- und es war fantastisch!!!

Diese Reise war sehr anders als die erste, da wir im Süden nicht wirklich lange Strecken fahren mussten (damals kamen mir 5 Stunden von Punta Arenas nach Torres del Paine noch lang vor, heute, nachdem ich 13 Stunden von La Serena nach Antofagasta unterwegs war, war das im Süden ne Kaffeefahrt 😉 ), mir persönlich hat es aber gefallen, da wir so auch viel von der Landschaft sehen konnten. Und da wir in Deutschland bekanntlich ja keine Wüste haben, hab ich es wirklich genossen zu sehen, wie die Wüste sich verändert, je weiter nörtlich wir uns befanden. Von Kakteenlandschaften wurde es immer trockener, manchmal fuhren wir durch eher steinige Gebiete, danach war es wirklich Sand, so wie man sich eine Wüste eben vorstellt und nahe San Pedro Felsen wie Canyons. Ausserdem wurde es mit 40 Austauschschülern nie langweilig.

Aber von vorne. Am 5.3. haben wir uns um 7 Uhr morgens in Santiago getroffen, glücklicherweise konnte ich aber bei einer meiner besten Freundinnen schlafen, sonst hätte ich um halb fünf aufstehen müssen. Von da aus haben wir uns auf den Weg nach La Serena gemacht, wo ich während der Ferien schon ca. 4 Wochen mit meiner Gastfamilie war (ich verspreche ich werde noch was darüber schreiben, sobald ich Zeit finde). Wir waren jeweils zu fünft in einem kleinen Ferienhaus, worüber wir  uns natürlich alle sehr gefreut haben. Noch am gleichen Tag sind wir an den Strand gegangen und haben die riesigen Wellen ausgenutzt. Das Wasser ist in Chile immer sehr kalt wegen der Humboldtströmung, die kaltes Wasser aus der Antarktis bringt, aber wir haben uns alle daran gewöhnt. Danach gings dann noch schnell im Reisebus mit 40, meistens großen und blonden Austauschschülern zum Supermarkt- ihr könnt euch vorstellen, dass wir bestimmt gar nicht aufgefallen sind ;D

Am nächsten Tag haben wir uns mit unseren zuvor gekauften Sachen Frühstück gemacht, und da meine beste Freundin Amerikanerin ist, haben wir natürlich Pancakes mit Syrup gemacht. Allerdings ein bisschen abgewandelt, da wir keine Fertigmischung für Pancakes, dafür aber eine für echt deutsche Apfelpfannekuchen gefunden haben. Die mit Joghurt, Syrup und Früchten waren besser als jedes Hotelfrühstück 😛

In La Serena haben wir den Leuchtturm besichtigt, der das Wahrzeichen der Stadt ist und natürlich ein Gruppenfoto gemacht. Wenn man aber in einer Gruppe reist, sieht das zumindest bei uns jedes Mal so aus: Jeder der 40 Jugendlichen gibt seine Kamera zu einem der Betreuer, der dann die spannende Aufgabe hat, ca. 100 Mal das gleiche Motiv zu fotografieren, nämlich uns, die mit einem mittlerweile schmerzhaften Dauergrinsen gefühlte 5 Minuten darauf warten, dass es endlich weitergeht.

Nach dem Leuchtturm begann dann der Tagesausflug ins Valle de Elqui. Während des Tages haben wir verschiedene kleine Dörfer besucht, die vor allem für die chilenische Poetin Gabriela Mistral bekannt sind. Unter anderem haben wir ein Museum bei ihrem Geburtshaus besucht und eine Schule die sie gegründet hat.

 

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Ausserdem haben wir einen riesigen Staudamm gesehen. Normalerweise steht das Wasser viel höher, aber da im Moment eine der längsten Dürreperioden in Chile seit 50 Jahren ist, ist der Wasserpegel bedeutend niedriger.

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Am nächsten Tag begann dann unsere 13 Stundenreise von La Serena bis nach Antofagasta. Um 6Uhr morgens ging es bereits los, aber alle haben im Bus noch geschlafen. Man konnte aber die ganze Zeit beobachten, wie sich die Landschaft verändert hat. Leute, die sich beschweren, wir hätten ja den ganzen Tag nur langweilige Wüste gesehen, kann ich absolut nicht verstehen. 1. Wüste haben wir in Deutschland nicht, also fand ich es unglaublich mal ne Zeit lang nichts ausser Sand und Steine zu sehen. 2. Die Wüste ist keinesfalls die ganze Zeit gleich. Es gibt Strecken, da sieht man nur Steine, dann wiederum Sanddünen, wie man es von Bildern eben kennt und wieder einige Zeit später sieht man eine canyonartige Landschaft. Auch die Farben des Sandes und der Steine ändern sich: mal gelb, dann grünlich, bräunlich oder fast rot.

Ehrlich gesagt haben wir von der Stadt nicht so viel gesehen, da wir nachts in Antofagasta angekommen sind und dann nur einmal im dunkeln am Strand spazieren gegangen sind, aber das wars für diesen Tag auch schon. Morgens wollten wir dann früh schon zu dem wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, dem Steintor im Meer, fahren, da aber eine der Austauschschülerinnen krank geworden ist, mussten wir aber auf sie warten, bis sie vom Arzt wiederkam. Letztendlich war das aber gar nicht schlimm, denn so haben wir die wenige Zeit die wir hatten dafür genutzt, die Stadt dann doch noch ein bisschen zu besichtigen. Diese Fotos sind das Ergebnis:

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Danach ging es dann auch schon zu unserem eigentlichen Ziel:

Das Tor von Antofagasta

Das Tor von Antofagasta

Dann mussten wir uns aber schon wieder auf den Weg weiter nördlich machen, diesmal in Richtung San Pedro de Atacama, die Touristenstadt überhaupt und der Ausgangspunkt fast aller Expeditionen in der Atacama Wüste. Damit war sie wohl auch das Highlight unserer Reise, denn von da aus haben auch wir die Wüste ein bisschen erkundet. Zuerst ging es zu einer Salzhöhle mitten im Sand, es sah aber wunderbar aus, da das Salz zwischen den ganzen Erdtönen eher wie Schnee aussieht.

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Danach, kurz vor Sonnenuntergang, ging es dann weiter zum Valle de la Luna, also dem Mondtal. Warum dieser Ort diesen Namen trägt wird schnell klar:

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San Pedro liegt auf ca. 2.500 m über dem Meeresspiegel und hilft damit den Reisenden, sich erst einmal an die Höhenluft zu gewöhnen. Das ist auch gut so, denn am nächsten Tag ging es los zu den Geysiren, die auf ca. 4.300m liegen! Der Weg dorthin in unseren zwei kleinen Bussen war ziemlich abenteuerlustig und mehr als ein mal habe ich mich wie in einem Indianer Jones Film gefühlt: Steile Hügel hinauffahren und dabei nichts als tiefe Abhänge mit ein paar Kakteen zu deiner linken Seite, dann wieder steil runter, bis der nächste Hügel kam. Auf dem Weg haben wir ein kleines Dorf gesehen, in dem ein paar Atacameños, also die Ureinwohner der Wüste leben.

 

Noch auf dem Weg zu den Geysiren wurde den ersten von uns schlecht, denn die Höhenluft hat es wirklich in sich: da der Sauerstoffgehalt wesentlich geringer ist, als wir es normalerweise kennen, ist alles gleich viel anstrengender. Als Amber und ich versucht haben, im Powerwalk zum Bus zu gelangen, haben wir uns direkt gefühlt als ob wir gerade einen Sprint hinter uns gebracht hätten. Davon bekommt man schnell Kopfschmerzen und Übelkeit, wogegen wir von unserem Reiseleiter alle ein paar Cocablätter bekommen haben. Ja- ich rede von Coca wie in Cocain, aber die Blätter haben so erst mal noch nichts mit der Droge zu tun. Sie müssen erst noch in einem Labor synthetisch…. Bla bla bla, von Chemie hab ich noch nie wirklich viel verstanden ;D Jedenfalls ist das das Geheimmittel der Ureinwohner und heute ist es in Bolivien immer noch weit verbreitet, die Blätter dort zu kauen. Der Geschmack erinnert sehr an Matetee, wenn den jemand von euch mal probiert hat.                                                                                   Jetzt aber erst mal zu der eigentlichen Attraktion: den Geysiren. Eigentlich sind das heiße Quellen unter der Erde, die an manchen Stellen die Erdschicht aufbrechen und man dort das kochende Wasser und den Qualm sehen kann. Wenn ich mich recht erinnere liegt das ganze an einem Vulkan in der Nähe, der das Wasser zum Kochen bringt. Daher auch der schwefelige Geruch der überall in der Luft lag. Mir wurde erzählt, dass die Reiseleiter häufig rohe Eier mitnehmen, die für ein paar Minuten in die heißen Quellen legen und die Touristen dann die gekochten Eier zum Frühstück essen können, leider haben wir das aber nicht ausprobiert. Frühstück gabs dann aber trotzdem noch, da man generell sehr früh morgens dorthin fährt. Hier aber erst mal ein paar Bilder:

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Später an diesem Tag sind wir dann noch Sandboarden gegangen, was riesigen Spass gemacht hat, allerdings auch meeeega anstrengend war, da man nach ein paar Sekunden Abfahrt anschliessend immer die Düne hochlaufen muss. Es war aber trotzdem ein tolles Erlebnis und ein paar Wochen später bin ich mit einer meiner besten Freundinnen in Viña noch einmal sandboarden gegangen.

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Der letzte Halt war dann Iquique. Diese Stadt hat eine bedeutende Rolle im Pazifikkrieg zwischen Chile, Bolivien und Peru gespielt, weshalb wir dort auch eine Nachbildung der Esmeralda, einem der chilenischen Kriegsschiffe besichtigt haben.

Die Esmeralda in Iquique

Die Esmeralda in Iquique

Die Führung war wirklich interessant und ich war überrascht, dass das Schiff von innen doch so groß war. Danach haben wir eine Bootsrundfahrt durch den Hafen von Iquique gemacht und uns wurde die Stelle gezeigt, an der die Esmeralda in der Schlacht gesunken ist. Heute ist dort eine Boje in den chilenischen Nationalfarben, rot, blau und weiß zu sehen.

Hier ging die originale Esmeralda in der Schlacht um Iquique unter

Hier ging die originale Esmeralda in der Schlacht um Iquique unter

Das besondere an Iquique ist, dass es der einzige Ort der Welt mit einer Sanddüne mitten in der Stadt ist, diese konnten wir von unseren Apartments auch sehr gut sehen.

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Ausserdem gibt es dort eine steuerfreie Zone, die ZOFRI, also haben wir natürlich die Gelegenheit genutzt und sind shoppen gegangen 😉

Der Hafen von Iquique

Der Hafen von Iquique

Soooo, das wars dann auch schon 😀 Ich weiss, dass dieser Eintrag wirklich vieeeeeel zu spät kommt, aber lieber spät als nie! Ich hoffe ihr habt euch die Zeit genommen, dass hier durchzulesen und dass es euch gefallen hat.

Jetzt fehlt mir noch mein Beitrag zu der Osterinsel.

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