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Navidad (Weihnachten)

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Bereits vor unserem Auslandsjahr wurde uns gesagt, dass die Vorweihnachtszeit die Schwierigste sei, da man vor den Feiertagen schnell nostalgisch wird und an zu Hause denkt. Dazu kommen noch die Ferien, sodass mit der Schule eine weitere Ablenkung verschwindet. Ausserdem hatte mir mein chilenischer Rotary Club auch noch mitgeteilt, dass ich am 26.12. die Familie wechseln müsste, was meine Weihnachtsstimmung mit der steigenden Temperatur zwischendurch so ziemlich vermiest hat. Meine Gastmama hat das ganze Haus mit Weihnachtsmännern geschmückt (und ich meine wirklich das GANZE). Jeden Tag habe ich mehr im Haus entdeckt, von Fensterschmuck zu Türknauf-hängern, von Handtuchhaltern und Handtüchern zu Colaflaschen-umarmenden Weihnachtsmännern, egal wo man hinschaute, überall gab es Weihnachtsmänner. Ich muss sagen, dass mir persönlich die Weihnachtsmann-Tannenbaum-Seifenspender im Bad aber am besten gefallen haben ;D Nein, aber mal ganz ehrlich, ich glaube ohne diese ganze Weihnahtsdeko zu Hause hätte ich wahrscheinlich nicht mal mitbekommen, dass es Dezember war und irgendwie haben auch alle möglichen Formen von Dekoration farblich in den Raum gepasst.

Auch der Weihnachtsbaum sah ein wenig anders aus, als ich es von zu Hause gewohnt bin: wir hatten bisher immer den traditionell gold-roten Weihnachtsbaum, der dieses Jahr von silber-aquamarin ersetzt wurde. Aber auch das hat mir eigentlich gefallen, da es farblich ans Wohn- und Esszimmer angepasst war.

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Das mit dem Heimweh hat übrigens ein bisschen gestimmt. Auch wenn ich eigentlich während der ganzen Zeit nie wirklich traurig war, war der Morgen des 24.12. schon etwas merkwürdig. Ich denke das lag daran, dass meine Gastmama vormittags noch arbeiten musste und ich somit alleine im Haus war. Mir haben Kleinigkeiten gefehlt, wie z.B. Filme, die ich normalerweise vor Weihnachten geguckt habe oder Weihnachtslieder. Also habe ich am Computer „der kleine Lord“ geguckt, was das Heimweh alles andere als vertrieben hat. Ich habe mit meiner Familie geskyped, die dieses Jahr schon an Heiligabend mit meiner Tante, meinem Onkel, meiner Cousine etc. zusammen gefeiert haben und nicht wie sonst erst am zweiten Weihnachtsfeiertag. Ich habe auch die Geschenke, die mir meine Mama zugeschickt hat geöffnet. Danach hat meine ganze deutsche Familie Weihnachtslieder für meine Gastmama und mich gesungen und wollten dann natürlich auch eins von uns hören, von „Feliz Navidad“ konnten wir aber nur den ersten Vers 😀

Als dann aber meine Gastmama und meine Gastschwester mit ihren Söhnen kam, kam endlich Weihnachtsstimmung auf. Wir haben mit meinem Gastbruder in Deutschland geskyped und noch schnell Weihnachtsgeschenke bei einer Freundin meiner Gastmama vorbeigebracht und von ihr (da sie Köchin ist) das Abendessen abgeholt. So gegen 9 oder 10 Uhr gab es dann Essen: erst Ceviche, dann Hühnchen mit Senfsauce, Kartoffeln und Salat und zum Dessert Käsekuchen (der ist hier suuuper lecker und mit Himbeermarmelade). Danach bin ich mit meiner Gastschwester und meinen Neffen für ca. 20 Minuten im Auto durch die Gegend gefahren, was hier so üblich ist, wenn man kleine Kinder hat, da in dieser Zeit der „Viejito pascuero“ (Weihnachtsmann) kommt.

Die Bescherung lief eigentlich wie in Deutschland ab, jeder gibt den anderen seine Geschenke und bekommt welche. Ich habe von meiner Gastmama ein Buch über Chile und zwei Shirts bekommen, von meiner Gastschwester eine selbstgemachte Patchworkdecke, die wirklich wunderschön ist und von der Freundin meiner Gastmama Schokolade, einen gravierten Schlüsselanhänger und einen super lieben Brief bekommen. Da sie wie schon gesagt als Köchin arbeitet, habe ich ihr ein Kochbuch mit deutschen Rezepten auf Spanisch geschenkt.

Nach der Bescherung haben wir noch ein bisschen geredet und sind dann auch schlafen gegangen.

Am nächsten Tag haben wir die Familie der besten Freundin meiner Gastmama besucht, die eigentlich meine Gastfamilie hier ist, da wir bei allen Familienfeiern dabei sind usw.

Es gab wieder Weihnachtsessen, dieses Mal nur viel größer, da die Familie riesig ist und immer noch viele Freunde mitfeiern. Generell sind in diesem Haus immer unglaublich viele Menschen, aber so wird es nie langweilig. Nach der zweiten Bescherung haben wir noch zusammen gesessen und uns unterhalten.

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