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Tiefgründiges Late-night-posting

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Ich komme gerade von einem Treffen meines Rotary Clubs wieder und uns wurde gesagt, dass wir am Donnerstag erfahren werden, wer unsere zweite Gastfamilie sein wird. Alles Betteln hat also nichts genützt, denn uns wurde wieder einmal gesagt, dass wir absolut keine Chance haben, nicht zu wechseln. Der Gastfamilienwechsel wird so ablaufen, dass wir wahrscheinlich am 26. oder 27. Dezember ein asado (chilenischer Grillabend) machen und mit unseren Koffern mit unserer jetzigen Gastfamilie dahin fahren und anschließend mit der anderen Familie „nach Hause“ fahren. Ich habe schon fast angefangen zu weinen, als sie uns das nur erzählt haben, ich will gar nicht wissen, wie viel ich an diesem Tag weinen werde. Als mir dann auch noch von meiner Counselorin gesagt wurde, dass meine Gastmutter jedes Mal wenn sie mit ihr telefoniert fragt:“ Kann Gianna nicht hier bleiben? Bitte tauscht sie nicht aus! Lasst sie mir hier.“ musste ich echt blinzeln um nicht zu weinen. Viele von euch können sich das Gefühl, das ich gerade empfinde bestimmt nicht nachvollziehen, zumal ich ja in der gleichen Stadt bleibe, aber stellt euch vor, ihr kommt in ein Land, in dem ihr niemanden kennt, ihr habt hier niemanden und eure Familie und alle Freunde sind in Deutschland (oder wo immer ihr auch herkommt) und bis auf eine Person (in meinem Fall ,da ich ja nur mit meiner Gastmutter alleine lebe) seid ihr quasi auf euch allein gestellt. In vier Monaten begleitet euch diese eine Person durch alle neuen Erfahrungen in eurem Gastland, der erste Schultag, die neue Sprache, vlt. Probleme mit Freunden usw. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wichtig euch auf einmal eine anfangs fremde Person werden kann, besonders wenn man eine so liebe Gastmama hat wie ich.

Ihr könnt euch jetzt vielleicht denken, wie erschrocken ich war, als ich gerade auf meinem Bett saß und das erste Mal realisiert habe, dass mir hier vlt. noch 18 oder 19 Tage bleiben. Weniger als 3 Wochen. Eigentlich ca. 2 1/2. Die ganze Zeit habe ich immer gedacht, dass ich noch so viel Zeit vor dem Wechsel habe und ZACK! Die Zeit ist fast um. Ich habe mich daran erinnert, dass ich in Deutschland 2 1/2 Wochen vor dem Abflug nach Chile unglaubliche Zweifel und Angst hatte und ungefähr so fühle ich mich jetzt wieder. Ich habe Angst davor, mit der neuen Familie vlt. nicht so gut zu recht zu kommen wie hier und ich habe Angst, den Kontakt zu meiner Gastmama zu verlieren. Aber wie meine Mama (Deutschland) schon gesagt hat: das kann ich wenigstens mitentscheiden.

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